Kardiovaskuläre Prävention
KVP
Kardiovaskuläres Risiko berechnen
Aktuelle Leitlinien verlangen, Maßnahmen zur Lipid- oder Blutdrucksenkung am kardiovaskulären Risiko zu orientieren. Dasselbe gilt für die Thrombozytenaggregations-Hemmung. Eine individuelle Risikobestimmung im Rahmen der kardiovaskulären Prävention setzt jedoch einen Risikorechner voraus, welcher aus den einzelnen Risikofaktoren eine Prognose für kardiovaskuläre Ereignisse in den nächsten zehn Jahren ermittelt.
Das Modul »Kardiovaskuläre Prävention« (KVP) hilft nicht nur, das individuelle Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, zu bestimmen, sondern auch die Wirkung von Medikamenten und Verhaltensänderungen (Rauchstopp, Bewegung, Ernährung) anschaulich zu demonstrieren
NEU: Auf arriba-web.de ist Score 2 als Berechnungsgrundlage hinterlegt.
Die Risikoberechnung basierte bisher auf der Framingham-Formel (in der Java-basierten arriba-Version).
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Video-Anleitung des Modules »Kardiovaskuläre Prävention« in der Java-Version
KVP-Modul gültig bis 2026
FAQs zum neuen Score 2
Warum sind die berechneten Risiken für Herzinfarkt bzw. Schlaganfall jetzt niedriger als vorher?
Über 20 Jahre haben wir für arriba einen auf deutsche Verhältnisse angepassten Algorithmus aus der Framingham-Heart-Study genutzt, den wir später mit Hilfe der SHIP-Kohorte validieren konnten. Wir sind jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass die SCORE2-Formel der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie eine bessere Evidenzgrundlage für arriba KVP darstellt. SCORE2 beruht auf 45 europäischen Kohortenstudien in 13 Ländern. Für Menschen über 70 Jahre und solche mit Typ2-Diabetes stehen separate Risikoformeln zur Verfügung, die wir ebenfalls in arriba KVP eingebaut haben. Die verschiedenen Algorithmen stellen sich automatisch ein, wenn ein bestimmtes Alter, die Diagnose Typ2-Diabetes oder eine manifeste atherosklerotische Erkrankung angegeben werden.
Tatsächlich ist es so, dass die von SCORE2 ausgegebenen Risiken niedriger sind. Dies hängt mit der langfristig abnehmenden Inzidenz atherosklerotischer Komplikationen zusammen, was einen weiteren Grund darstellt, auf einen neueren Score zurückzugreifen.
Warum kann ich die Familienanamnese nicht mehr eingeben?
SCORE2 kann nur die Risikofaktoren berücksichtigen, die in den zugrundeliegenden 45 Kohorten einheitlich erhoben worden sind. Deshalb gehört die Familienanamnese jetzt nicht mehr zu den in arriba erfragten Risikofaktoren.
Warum kann ich als Risikofaktor eine blutdrucksenkende Medikation nicht mehr eingeben?
SCORE2 kann nur die Risikofaktoren berücksichtigen, die in den zugrundeliegenden 45 Kohorten einheitlich erhoben worden sind. Deshalb gehört die Tatsache, dass eine Patientin eine blutdrucksende Medikation einnimmt, jetzt nicht mehr zu den in arriba erfragten Risikofaktoren.
Warum werden Familienanamnese und blutdrucksenkende Medikation nicht nachträglich „eingebaut“?
Der Algorithmus beruht auf dem Zusammenspiel der einzelnen Risikoprädiktoren und einer systematischen Variablenselektion; deshalb können wir ihn entweder so nutzen, wie er abgeleitet und validiert worden ist, oder uns für einen anderen entscheiden. Valide ist er nur durch seine Integrität, einzelne Faktoren können wir nicht verändern.
Warum kann ich das LDL-Cholesterin nicht eingeben?
arriba wird immer wieder kritisiert, weil das Gesamtcholesterin, nicht jedoch das LDL-Cholesterin erfasst wird. Tatsächlich verwenden auch die von kardiologischen Fachgesellschaften und Verbänden angebotenen Risikorechner (meist ebenfalls auf der Basis von SCORE2) das Gesamtcholesterin. Da dieses hoch mit dem LDL-C korreliert, ist dies gar kein Nachteil. Eine zusätzliche prädiktive Aussage bietet allerdings das HDL-Cholesterin
Ist SCORE2 genauer?
Es gibt Hunderte (!) von verschiedenen Möglichkeiten, das individuelle kardiovaskuläre Gesamt-Risiko zu berechnen. Die Formeln unterscheiden sich nur minimal in Bezug auf die eingehenden Risikofaktoren (immer vertreten: Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Blutdruck, Lipidstatus) und variierende Gewichtungen (Koeffizienten) der einzelnen Faktoren. Ja, SCORE2 ist empirisch in Kohortenstudien besser begründet als unser vorheriger modifizierter Framingham-Algorithmus. Aber: alle Vorhersage-Instrumente sind ungenau; trotzdem sind sie wichtig, damit wir unsere Patientinnen gut beraten und ihnen eine Entscheidung ermöglichen.
Ist die JAVA-Version von arriba jetzt hinfällig?
Seit Juli 2026 gibt es arriba-web.de. Dort ist immer der aktuellste Stand der Entwicklung abrufbar - ganz ohn Download.
Je nach Lizenz sind fünf Module verfügbar:
- KVP – Kardiovaskuläre Prävention
- DEP - Depression
- VHF – orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern
- DIA – Behandlungsintensität bei Typ2-Diabetes
- PPI – Absetzen von Protonenpumpenhemmern.
Sukzessive werden weitere Module ins Web überführt. Erst wenn alle Funktionen der gewohnten Java-Umgebung auf arriba-web.de implementiert sind, wird die Weiterentwicklung der Java-basierten Anwendung eingestellt und dies zuvor angekündigt.
Was ist mit neuen Methoden der Risikobestimmung (Triglyzeride, C-reaktives Protein, Lipoprotein-A, Ultraschall der Karotis usw.)?
Diese Faktoren und Methoden sind durchaus valide, wenn sie isoliert betrachtet werden. Wenn jedoch untersucht wird, welchen zusätzlichen prognostischen Nutzen sie gegenüber den klassischen Risikofaktoren (wie in arriba KVP) bringen, ist der Befund regelhaft enttäuschend.
Allerdings lassen sich durch die persönliche Beratung mit arriba zusätzliche Faktoren einbringen: ein Patient raucht 40 Zigaretten pro Tag, lebt unter schwierigen sozialen Bedingungen, hat eine positive Familienanamnese oder ist sportlich sehr aktiv. In diesem Fall weisen wir im Gespräch darauf hin, dass das Risiko höher sein dürfte als berechnet (die ersten drei Situationen), oder günstiger ist (die letzte Möglichkeit). Damit haben beratende Ärztinnen die Möglichkeit, die Prognose zu individualisieren.
Hinweis: demnächst wird in der ZFA ein Artikel erscheinen, der die KVP-Neuigkeiten ausführlich erläutert.
Download arriba
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Es handelt sich um eine Demo-Version mit Zugriff auf alle arriba-Module. Nach 7 Tagen haben Sie weiterhin Zugriff auf das »KVP«-Modul.